Virtuelle Ausstellung - eine neue Form der Präsentation

Nach einem Versuch im Jahre 2014 geht in diesem Jahr bereits die zweite virtuelle Ausstellung im Rang 3 in Deutschland über die Bühne, die Ruhrvia 2017. Einerseits haben der große Aufwand für Rahmen, Hallen und Reisekosten zu der Überlegung geführt, diese Ausstellungen in einem anderen Rahmen durchzuführen. Andererseits bietet die moderne Technik diese neue Form der Präsentation geradezu an. Bilder in hoher Auflösung lassen sich schnell im Internet übermitteln und am Computer zu Hause ansehen.

 

Seit Mitte Mai sind nun 40 Exponate auf der Webseite des Bundes Deutscher Philatelistenvereine online, die Hälfte davon thematisch. Drei Juroren haben nun fast ein halbes Jahr Zeit, diese Objekte zu studieren und ihre Bewertung abzugeben. Daneben können ALLE Interessierten in derselben Zeit, nämlich bis Ende September 2017, auf der Homepage des Deutschen Verbandes diese Exponate einsehen, vergleichen, sich Anregungen holen, aber auch mitdiskutieren.

 

Von Mitgliedern des Clubs sind folgende Exponate zu besichtigen:

Mit dieser Online-Wettbewerbsausstellung beschreitet der Deutsche Verband neue Wege im Ausstellungswesen. Damit kann mit geringem finanziellem Aufwand die Nachfrage der Aussteller befriedigt werden. Die Juroren haben Praxiseinsätze und können weitergebildet werden. Diese Form ist bei weitem kostengünstiger als Präsenzausstellungen, hat dem gegenüber jedoch keine Werbewirkung vor Ort.

 

Aus diesem Grund handelt es sich auch um ein Ausstellungsformat, welches die klassischen Ausstellungen ergänzen und nicht ersetzen soll. Es bleibt zu hoffen, dass diese Internetpräsentation Interesse bei Philatelisten findet und nicht nur für Aussteller und Juroren geschaffen wurde. Dass ganz nebenbei noch die Rahmengebühren mit 20 Euro pro Exponat wesentlich niedriger ausfallen als bei anderen Ausstellungen, dürfte den Ausstellern entgegenkommen, sind doch die hohen Rahmengebühren immer wieder Grundlage für Diskussionen.

 

Für uns als Besucher der Ausstellung ergeben sich weitere Vorteile: Wir können ein Exponat im Sitzen am Bildschirm betrachten, können jederzeit unterbrechen ohne die Schließzeiten der Ausstellung berücksichtigen zu müssen. Wir können uns bei einem gemütlichen Kaffee die Exponate bis ins Detail ansehen, gegebenenfalls die einzelnen Bilder vergrößern und noch genauer betrachten. Auch die leidige Diskussion, dass die Schrift für - doch öfters älteres - Publikum zu klein wäre, erübrigt sich hier.

 

Als Juror habe ich festgestellt, dass diese Form der Bewertung nicht nur angenehmer, sondern vor allem auch gerechter ist. Schließlich hat die Jury eine Verantwortung gegenüber dem Aussteller und eine Bewertung unter Zeitdruck kann leicht dazu führen, dass schöne Stücke übersehen werden. Der Vorwurf über das „Würfeln über die Punkte“ - was natürlich keineswegs der Realität entspricht - kann somit entkräftet werden. Als Aussteller haben wir damit die Chance, dass unsere Arbeit und der doch nicht zu unterschätzende Aufwand beim Erstellen eines Exponates entsprechende Würdigung findet.

 

Es bleibt nur zu hoffen, dass auch in Österreich nach diesem Vorbild bald derartige Ausstellungen eingerichtet werden. Die technischen Voraussetzungen sind allemal vorhanden. Es braucht daher nur noch den Willen dazu.

 

Besuchen Sie die Webseite http://www.exponate-online.de/e_verteiler.asp?a=100

 

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